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Existenzgründung im Einzelhandel

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Gefüllter Einkaufswagen

Was zählt zum Einzelhandel?

Der Einzelhandel verkauft Konsumgüter an den Letztverbraucher; seine Waren bezieht er meist über Großhändler, Hersteller oder Einkaufsverbände. Zum Einzelhandel gehören also die großen Warenhäuser ebenso wie der Tante-Emma-Laden um die Ecke, das Mode-Fachgeschäft wie das Versandhaus, der Discounter wie der Internet-Anbieter.

Die Betriebsformen des Einzelhandels sind nicht ein für alle mal festgeschrieben, sondern unterliegen einer starken Bewegung. So hat etwa das Warenhaus erheblich an Bedeutung verloren. Zugleich haben SB-Warenhäuser, Discounter und Fachmärkte Marktanteile gewonnen. Fachgeschäfte entwickeln sich immer mehr zu Spezialgeschäften.

Üblicherweise wird der Einzelhandel nach Branchen, also der jeweils geführten Warenart gegliedert. Allerdings ist hier eine zunehmende Vermischung festzustellen: Möbelhäuser führen zunehmend sogenannte Randsortimente (z.B. Geschirr), Supermärkte vermehrt Non-Food-Artikel, Modegeschäfte kosmetische Artikel usw.

Wohin tendiert der Markt?

Der Anteil des Einzelhandelsumsatzes im engeren Sinne an den privaten Konsumausgaben ist im Zeitraum 1993 bis 2003 von 39,2 % auf 29,8 % gesunken. Die Prognosen gehen davon aus, dass der Anteil des Einzelhandelsumsatzes am privaten Verbrauch zugunsten von Dienstleistungen in Zukunft weiter abnehmen wird.

Erfolgreiche Einzelhandelskonzepte müssen deshalb der zunehmenden Polarisierung der Nachfrage nach Gütern mit Grundnutzen und solchen mit Zusatznutzen Rechnung tragen. Auf der einen Seite gibt es den Massenmarkt für Güter, die der Verbraucher rationell, schnell und preiswert einkaufen will. Auf der anderen Seite einen Markt mit Gütern höherer sozialer Qualität, in dem der Konsument das Einkaufserlebnis sucht.

 

Wie entsteht ein tragfähiges Gesamtkonzept?

Erfolgreiche Existenzgründungen sind vor diesem Hintergrund ohne ein tragfähiges Gesamtkonzept kaum mehr denkbar. Grundelemente eines solchen Konzepts müssen die folgenden Fragen berücksichtigen und beantworten:

  • Wie ist die zukünftige Entwicklung der Branche einzuschätzen?
  • Wie ist das zukünftige Verbraucherverhalten zu bewerten (z.B. Nutzung elektronischer Einkaufsmöglichkeiten)?
  • Mit welchem Sortimentskonzept soll die Geschäftsidee umgesetzt werden?
  • Welcher Betriebstyp soll für das zu gründende Unternehmen gewählt werden?
  • Wie soll sich der Gründer gegenüber den Mitbewerbern profilieren? (Preis, Service, Marktkommunikation, Laden-Layout etc.)

Was ist besonders wichtig?

Standort

Ohne geeigneten Standort gibt es keine erfolgreiche Existenzgründung im Handel. Improvisation und Fingerspitzengefühl können eine Standortanalyse nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht ersetzen. Entscheidend sind dabei folgende Einflussfaktoren:

  • Passantenfrequenz
  • Hohe Agglomerationsdichte von Frequenzbringern
  • Wie gut ergänzen sich die Sortimente benachbarter Betriebe?
  • Wie gut ist die Zugänglichkeit für motorisierte Kunden oder über öffentliche Verkehrsmittel?
  • Existieren ausreichend Parkflächen?
  • Ist mit Standortveränderungen oder —verschlechterungen zu rechnen?
  • Ist die Miete oder der Kaufpreis angemessen?

Eignung des Geschäftslokals

  • In welchem baulichen Zustand befindet sich der Laden?
  • Ist genügend Schaufensterfläche vorhanden?
  • Entspricht der Verkaufsraum hinsichtlich Größe und Übersichtlichkeit den Anforderungen?
  • Muss mit Umbaumaßnahmen gerechnet werden?
  • Verteilt sich die Verkaufsfläche auf mehrere Etagen?

Marktpotenzial

In kleinen und mittleren Städten ist es auf jeden Fall sinnvoll, das gesamte Marktpotenzial für eine Einzelhandelsbranche zu bestimmen, um daraus den möglichen eigenen Marktanteil abzuleiten.

Erst auf Grundlage einer fundierten Markt- und Standortanalyse ist es möglich, konkret die Ertragsaussichten einer Existenzgründung im Einzelhandel einzuschätzen.

Ertragsplanung

Zu berücksichtigen sind die Faktoren:

  • Umsatz
  • Rohertrag
  • Betriebskosten
  • Betriebsergebnis
  • Cash flow
  • Kapitalbedarf und Finanzierung

Der Leitfaden "Selbständig im Einzelhandel", herausgegeben vom Landesverband des Bayerischen Einzelhandels, Auflage 2003, informiert über Voraussetzung, Strategie und Ertragschancen einer Existenzgründung im Einzelhandel. Weitere Serviceleistungen bieten der Einzelhandelsverband (www.hv-bayern.de) sowie dessen Beratungsgesellschaft BBE (www.bbe.de), z.B. Informationen über das öffentlich geförderte Programm "Coaching für Existenzgründer".

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