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Kapitalgesellschaften

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Eine Mehrzahl von Personen kann nicht nur in Form einer Personengesellschaft, sondern auch als Kapitalgesellschaften tätig werden.

a. Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

Bei der GmbH gibt es neben der "normalen" Form auch noch die sog. Ein-Personen-GmbH sowie die besonders für Gründer geeignete haftungsbeschränkte Unternehmensgesellschaft (UG).

(1) GmbH (Grundform)

Die GmbH ist in der Praxis die am häufigsten vorkommende Gesellschaftsform wegen der Risikobegrenzung für die Gesellschafter. Sie ist eine juristische Person mit eigener Rechtspersönlichkeit, d.h. sie ist selbst Träger von Rechten und Pflichten. Vertreten wird die GmbH durch ihren oder ihre Geschäftsführer. Nach der Gründung, d.h. mit dem (bei allen Kapitalgesellschaften) zwingend erforderlichen Eintrag ins Handelsregister, haftet nur die Gesellschaft mit ihrem Gesellschaftsvermögen gegenüber Gläubigern. Das erforderliche Mindeststammkapital, liegt bei 25.000 €. Es setzt sich aus den Kapitaleinlagen der Gesellschafter zusammen.
D.h. die einzelnen Gesellschafter haften nur mit ihrem entsprechenden Anteil am Gesellschaftsvermögen. Allerdings verlangen Kreditinstitute in der Regel wegen der Haftungsbeschränkung der GmbH, dass die Gesellschafter gegenüber der Bank entweder selbstschuldnerisch bürgen, also doch mit ihrem Privatvermögen für die der GmbH gewährten Kredite haften, oder ausreichende private Sicherheiten stellen.

  • Vorteile
    Beschränkte Haftung gegenüber Dritten; steuerliche Vorteile bei höheren Gewinnen.
  • Nachteile
    Mindeststammkapital von 25.000 € (mindestens zur Hälfte eingezahlt); Gründungsformalitäten/-kosten und Buchführung aufwendig; ggf. Haftung mit Privatvermögen gegenüber der Bank wegen Absicherung bei Kreditvergabe.

Ausführlichere Informationen über die Rechtsform der GmbH bietet Ihnen das nachfolgende Informationsangebot der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern.

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(2) Ein-Personen-GmbH

Auch ein Einzelunternehmer kann sein Unternehmen als GmbH führen, für die generell dieselben Regeln gelten wie für eine GmbH mit mehreren Gesellschaftern. Der Unternehmer (Alleingesellschafter) wird in diesem Fall zugleich zum angestellten Geschäftsführer der GmbH. Die Ein-Personen-GmbH vereint zwei Vorteile:
Der Unternehmer kann zum einen allein entscheiden. Darüber hinaus haftet die GmbH lediglich in Höhe des Stammkapitals. Das Privatvermögen des Geschäftsführers hingegen wird nicht in die Haftung gegenüber Dritten mit einbezogen. Dies gilt jedoch wiederum nicht für die Haftung gegenüber den Kreditinstituten. Hier wird in der Regel eine  private Absicherung der Kreditvergabe durch eine selbstschuldnerische Bürgschaft des Gesellschafters gefordert.

  • Vorteile
    Große Unabhängigkeit des Unternehmers; juristische Person mit eigenen Rechten und Pflichten; Haftungsbeschränkung gegenüber Dritten; steuerliche Vorteile.
  • Nachteile
    Stammkapital von 25.000 € (mindestens zur Hälfte eingezahlt) erforderlich; Gründungsformalitäten/-kosten und Buchführung aufwendig; Haftung mit Privatvermögen gegenüber der Bank wegen Absicherung evtl. Kreditvergabe.

 

(3) Die haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft (UG)

Seit November 2008 gibt es die Möglichkeit, eine Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) zu gründen. Gesetzliche Grundlage ist §5a GmbHG. Die UG (haftungsbeschränkt) ist für Gründerinnen und Gründer kleiner Unternehmen, insbesondere im Dienstleistungsbereich, geeignet, die ihre Haftung beschränken möchten und mit geringem Kapital auskommen.

Als „Mini-GmbH“ erfordert die UG (haftungsbeschränkt) nur ein Mindeststammkapital von 1 €. Umgekehrt muss eine Gesellschaft, die mit einem Stammkapital von weniger als 25.000 € gegründet wird, im Firmennamen die Bezeichnung „Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)“ oder „UG (haftungsbeschränkt)“ führen.

In den Folgejahren müssen mindestens 25 Prozent des Jahresüberschusses (nach Abzug eines womöglich bestehenden Verlustvortrages) in eine Rücklage eingestellt werden. Diese darf nur zur Aufstockung des Stammkapitals oder zum Ausgleich von Verlusten verwendet werden. Wenn das Stammkapital 25.000 € erreicht, wird die UG zur GmbH.

Wegen des niedrigen Kapitals muss schon bei drohender Zahlungsunfähigkeit einer UG (statt erst bei Verlust der Hälfte des Stammkapitals wie bei der GmbH) die Gesellschafterversammlung einberufen werden.

Für Geschäfte, die vor Eintragung der Gesellschaft in das Handelsregister abgeschlossen werden, können sowohl die Gesellschafter als auch die Handelnden persönlich belangt werden; erst mit der Eintragung werden sie grundsätzlich von der Haftung frei.

Im Übrigen gilt für die UG das gesamte für die GmbH anzuwendende Recht einschließlich des Insolvenzrechts.

  • Vorteile
    Beschränkte Haftung gegenüber Dritten; Mindestkapital nur 1 €; unter Umständen – wie auch bei der GmbH – steuerliche Vorteile bei höheren Gewinnen, weil der im Unternehmen verbleibende Teil nur dem Körperschaftsteuersatz von 15 Prozent (plus Solidaritätszuschlag) und nicht wie die Gewinnausschüttungen zusätzlich dem persönlichen Einkommensteuersatz des Gesellschafters unterliegt.
  • Nachteile
    International noch wenig bekannt, Einberufung der Gesellschafterversammlung schon bei drohender Zahlungsunfähigkeit. Ausführlichere Informationen über die Rechtsform der Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) bietet Ihnen das nachfolgende Informationsangebot der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern unter „GmbH“ . 

Weitere Informationen: Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern unter „GmbH“.

 

b. Aktiengesellschaft (AG)

Die Aktiengesellschaft ist wie die GmbH eine Gesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit und einer auf das Gesellschaftsvermögen beschränkten Haftung, die ebenfalls erst mit der Eintragung ins Handelsregister wirksam ist. Um mittelständischen Unternehmen (und auch Gründern) den Zugang zur Aktiengesellschaft und damit die direkte Aufnahme von Eigenkapital von außen zu erleichtern, sind 1994 unter dem Stichwort "Kleine AG" Vereinfachungen für Aktiengesellschaften mit überschaubarem Aktionärskreis oder bis zu einer bestimmten Größe in Kraft getreten.

 

(1) Aktiengesellschaft (Grundform)

Eine Aktiengesellschaft kann von einer oder mehreren Personen gegründet werden. Der Gründungsvorgang unterliegt strengen Formvorschriften. Der Gesellschaftsvertrag heißt bei der AG Satzung. Sie bedarf der notariellen Beurkundung und kann nur innerhalb der gesetzlichen Grenzen frei ausgestaltet werden. Denn das Aktienrecht ist weitgehend zwingendes Recht. Dem Stammkapital der GmbH entspricht das in Aktien eingeteilte Grundkapital, das mindestens 50.000 € betragen muss. Die Aktien können entweder auf einen Nennbetrag (mindestens 1 €) lauten oder nennwertlos (Stückaktien) sein. Neben voll stimmberechtigten Stammaktien können bis zu 50 Prozent des Grundkapitals auch aus stimmrechtslosen Vorzugsaktien bestehen, die dafür eine höhere Dividende erhalten (deshalb "bevorzugt"). Die Gesellschafter der AG heißen Aktionäre.

Organe der Aktiengesellschaft sind die Hauptversammlung, der mindestens aus drei Personen bestehenden Aufsichtsrat und der Vorstand. Die Hauptversammlung ist die Zusammenkunft der Aktionäre, die dort ihre Mitwirkungsrechte ausüben, zum Beispiel die Dividende beschließen, die Aktionärsvertreter im Aufsichtsrat wählen und über über Kapitalmaßnahmen abstimmen. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, die Vorstandsmitglieder zu bestellen, ihre Tätigkeit zu überwachen und sie zu beraten. Durch das Aktiengesetz und die Satzung bestimmte Geschäfte größerer Tragweite bedürfen der Zustimmung des Aufsichtsrats. Er hat ein unbegrenztes Informations- und Einsichtsrecht in alle Geschäftsunterlagen. Der Vorstand führt die Geschäfte der AG in eigener Verantwortung und vertritt sie nach außen. Er ist nicht an Weisungen des Aufsichtsrats oder er Hauptversammlung gebunden. Ein Aktionär kann auch in Personalunion Vorstand(smitglied) sein. Nicht miteinander vereinbar sind dagegen Aufsichtsrats- und Vorstandstätigkeit.
 

  • Vorteile 
    Vereinfachter Gesellschafterwechsel (durch Übertragung von Aktien); relativ einfache Mitarbeiterbeteiligung, Möglichkeit, zur Wachstumsfinanzierung größere Kapitalvolumina zu beschaffen (Private Placement, Wagniskapital, Börse); beschränkte Haftung; juristische Person mit eigenen Rechten und Pflichten; steuerliche Vorteile (wie GmbH).
  • Nachteile 
    Mindestkapital 50.000 € erforderlich; Gründungsformalitäten/-kosten, hoher Buchführungs- und Bilanzierungsaufwand; zusätzliche Kosten für Hauptversammlung; Aufsichtsrat und - bei Börsennotierung - Aktionärsinformation. 

Ausführliche Informationen über die Rechtsform der Aktiengesellschaft bietet Ihnen das nachfolgende Informationsangebot der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern.

 

(2) Kleine AG

Die "Kleine Aktiengesellschaft" ist keine eigenständige Rechtsform, sondern bietet nicht börsennotierten Aktiengesellschaftern mit überschaubarem (namentlich bekanntem) Aktionärskreis oder bis zu einer gewissen Größe bestimmte Vereinfachungen gegenüber der AG-Grundform. Dazu gehören unter anderem die vereinfachte Einberufung und Durchführung von Hauptversammlungen, erweiterte Flexibilität bei der Mittelverwendung sowie bei weniger als 500 Arbeitnehmern die Befreiung von der Mitbestimmung der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat.

Damit ist die Aktiengesellschaft für kleine und mittlere Unternehmen sowie Gründer attraktiver geworden und erleichtert die Beteiligung von Mitarbeitern oder Geschäftspartnern, um sie an das Unternehmen zu binden. Im übrigen gelten die gleichen Vorschriften wie für "normale" Aktiengesellschaften.

  • Vorteile
    Wie bei der Grundform der AG; weniger Formalitäten; keine Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat bei weniger als 500 Arbeitnehmern; damit erleichterte Eigenkapitalaufnahme für mittelständische Unternehmen.
  • Nachteile
    Mindestkapital von 50.000 € erforderlich; Gründungsformalitäten/-kosten, hoher Buchführungs- und Bilanzierungsaufwand.

Ausführlichere Informationen über die "Kleine AG" bietet Ihnen das nachfolgende Informationsangebot der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern.

 

c. Kommanditgesellschaft auf Aktien (KG a.A., KGaA)

Die Kommanditgesellschaft auf Aktien (KG a.A.) ist eine Mischform aus Aktiengesellschaft und Kommanditgesellschaft. Sie hat zwei verschiedene Arten von Gesellschaftern: einerseits Kommanditaktionäre, die das in Aktien eingeteilte Grundkapital halten, und nicht persönlich haften, andererseits mindestens einen persönlich haftenden Komplementär, der auch die Vorstandsfunktion ausübt, aber eine weit stärkere Stellung als ein AG-Vorstand hat. Wie AG und GmbH ist auch die KG eine selbständige juristische Person. Die praktische Bedeutung ist - gemessen an der Anzahl - relativ gering, obwohl große Familienunternehmen wie Henkel oder E. Merck darunter zu finden sind. 

  • Vorteile
    Beschränkte Haftung der Kommanditaktionäre; starke Stellung des Unternehmers / der Unternehmer (persönlich haftende Gesellschafter); Aufnahme zusätzlichen Eigenkapitals bei geringem Verlust der unternehmerischen Handlungsfreiheit bzw. des Einflusses der Unternehmerfamilie möglich; ansonsten wie AG.
  • Nachteile
    Komplementäre haften mit ihrem gesamten Privatvermögen (im Innenverhältnis Entlastung möglich); Mindeststammkapital 50.000 €; Gründungsaufwand und -kosten; für Gründer weniger geeignet.

Ausführlichere Informationen über die Rechtsform der KG a.A. bietet Ihnen das nachfolgende Informationsangebot der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern.

 

Gesetzliche Grundlage für die KGaA bilden die Sondervorschriften der §§ 270 bis 293 AktG, die im Übrigen auf die allgemeinen Regelungen des Aktiengesetzes und die Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) über die KG-Komplementäre verweisen.

Die Stellung des persönlich haftenden Komplementärs gleicht der des Komplementärs in der normalen KG (Grundform): Zum einen stehen ihm die Geschäftsführungs- und Vertretungsbefugnis (Vorstandsfunktion) zu, zum anderen haftet er auch mit seinem gesamten Privatvermögen. Daher haben die Komplementäre auch eine stärkere Stellung als der Vorstand der AG: Ihre Zustimmung ist bei allen Geschäften und Maßnahmen erforderlich, die auch bei einer KG der Zustimmung der persönlich haftenden Gesellschafter bedürfen. So müssen der Aufnahme neuer persönlich haftender Gesellschafter und der Entzug der Geschäftsführungs- und Vertretungsbefugnis alle Gesellschafter - auch die Betroffenen - zustimmen.

Die Kommanditaktionäre bilden die Hauptversammlung, der das Aktiengesetz zum Teil weitergehende Befugnisse, zum Teil schwächere Einflussmöglichkeiten als der HV einer AG gewährt. Bei bestimmten Beschlüssen, die Interessenkonflikte bergen, wie zum Beispiel bei der Aufsichtsratswahl, der Entlastung der Komplementäre und Aufsichtsratsmitglieder oder der Bestellung von Abschluss- oder Sonderprüfern haben die Komplementäre kein Stimmrecht. Dem Aufsichtsrat fehlt die Personalfugnis, da er die Komplementäre weder bestellen noch absetzen kann.

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