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FMP Technology

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HIGH-TECH-SPEZIALISTEN:
Die FMP Technologie GmbH aus Erlangen hat neu entwickelte Beschichtungs- und Einspritzdüsen im Programm.

 

Wann und wie reifte in Ihnen der Entschluss, ein eigenes Unternehmen auf die Beine zu stellen?

Die Firma FMP TECHNOLOGY GmbH wurde im Jahr 2006 als innovatives Unternehmen aus dem Lehrstuhl für Strömungsmechanik der Universität Erlangen-Nürnberg ausgegründet, um gesammelte Grundlagenforschungen, darauf aufbauende Entwicklungen und praktische Erfahrungen aus den Bereichen des Lehrstuhls für praxisnahe Produkte für die Industrie weiterzuentwickeln. Fokus der Firma ist hierbei das nachhaltige Schaffen von Arbeitsplätzen am Standort Mittelfranken, was gerade in der heutigen Weltkonjunktur nicht durch das reine Erarbeiten von Publikationen gelingt, sondern durch das Schaffen neuartiger, innovativer und patentierter Produkte in unterschiedlichen Wirtschaftsbereichen. Das Engineering in den aktivierten Geschäftsbereichen stellt dennoch ein wichtiges Standbein dar, insbesondere zur Unterstützung der Europa- und weltweiten Vermarktung der FMP-Produkte. 

Was waren die größten Ängste und Bedenken bei dem Gedanken an Ihre Unternehmensgründung?

Die Entwicklungen der FMP TECHNOLOGY GmbH im Bereich Beschichtungs- und Trocknungstechnik zeichneten sich – nicht zuletzt aufgrund der durchweg positiven Kundenresonanz – frühzeitig als vielversprechend ab. Durch das breit gestreute, universitäre Grundlagenwissen konnte zudem die Produktentwicklungsphase zeitlich sehr eingeschränkt werden. Schwierigkeiten ergaben sich hierbei insbesondere durch die erforderliche Auswahl und den technischen Aufbau möglicher Lieferanten, da gerade in der Anfangsphase Fertigungsarbeiten an Externe ausgelagert wurden. Zwischenzeitlich werden die fertigungsspezifischen Anforderungen an die unterschiedlichen Produktsysteme der FMP TECHNOLOGY GmbH durch die sehr gute Zusammenarbeit von Zulieferanten mit FMP-Mitarbeitern eingehalten, obgleich immer weitere Optimierungsmaßnahmen in die Kooperationen einfließen. 

Welche Quellen standen Ihnen bei der Gründung zur Verfügung?

Die finanzielle Ausstattung eines Start-ups ist nicht immer ganz einfach und muss auf verschiedene Standbeine gestellt werden, um gerade in der Produktentwicklungs- und Etablierungsphase eine solide Basis vorzuweisen.

Die wesentliche Erstfinanzierung der Firma erfolgte über darlehensbasiertes Eigenkapital mit Unterstützung der Hausbank Sparkasse Erlangen. Gleichzeitig konnten aufgrund der Innovationskraft der zu entwickelnden Produkte öffentliche Fördergelder von spezifischen Programmen beantragt werden. Beispiele hierfür sind das ZIM-Progamm oder auch das Förderprogramm der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Zahlreiche Teilnahmen an Businessplan- und StartUp-Wettbewerben führten zudem zu einer nicht vernachlässigbaren finanziellen Unterstützung (Preisgeldern). So wurde die FMP TECHNOLOGY GmbH beispielsweise im Mai 2010 mit dem Fränkischen und dem Bayerischen Gründerpreis 2010 ausgezeichnet. Unter Federführung des Sparkassenverbands Bayern und des Sparkassen-Bezirksverbands Mittelfranken wurde mit den Auszeichnungen das Engagement für vorbildhafte Leistungen bei der Entwicklung von innovativen, tragfähigen Produkten und beim Aufbau des Unternehmens gewürdigt. Zusätzlich konnte die FMP TECHNOLOGY GmbH im Juli 2010 den Gründerpreis der IHK-Mittelfranken in der Kategorie „Innovation & Qualität“ erhalten. 

Gab es Momente nach der Gründung, in denen existenzielle Unsicherheiten bei Ihnen aufkamen?

In den Anfangsjahren der Firmengründung wurden die erzielten Umsätze überproportional in die Forschung und Entwicklung neuartiger Produkte reinvestiert, sodass bis einschließlich 2008 rote Zahlen geschrieben werden mussten. Durch eine Verdreifachung des Umsatzes auf 1,2 Mio. Euro konnte im Jahr 2009 der Break-even erreicht und die Mitarbeiteranzahl um ca. 60 Prozent erweitert werden. Für das Geschäftsjahr 2010 werden ca. 2,0 Mio. Euro Umsatz erwartet, mit einem entsprechenden Ausbau der Belegschaft. Gerade das Geschäftsjahr 2008 war ein schwieriges Jahr für die junge Firma. Rückschläge bei der Kooperation mit Lieferanten und der dadurch bedingte eigene Aufbau bestimmter Kompetenzen waren mit hohen Investitionen verbunden. Gerade in dieser Phase wurde der „spießende Keim Start-Up“ durch die Sparkasse Erlangen unterstützt und hierbei Schlimmeres verhindert. Gegenwärtig ist die FMP TECHNOLOGY GmbH bemüht, das durch die Nachfrage mögliche Wachstum der Firma weiter zu forcieren. Um den zusätzlichen Ausbau nicht aus dem operativen Geschäft zu finanzieren, werden derzeit Gespräche mit möglichen Kapitalbeteiligungsfirmen geführt. Auch ohne Fremdfinanzierung ist der weitere Aufbau der FMP TECHNOLOGY GmbH aufgrund der bereits erreichten sehr guten Produkt- und Marktstellung gesichert, allerdings nur mit dem „Fuß auf der Bremse“. 

Wenn Sie heute zurückblicken: Was waren die größten Fehler, die Sie vor oder während Ihrer Gründung begangen haben?

Gerade Start-ups sind auf die Kooperation mit etablierteren Unternehmen angewiesen, wie beispielsweise bei der Entwicklung, Fertigung oder Vermarktung von Produkten. Unterschiedliche Unternehmenskulturen entscheiden hierbei nachhaltig über den Erfolg oder Misserfolg einer eingegangenen Partnerschaft. Auch die FMP TECHNOLOGY GmbH ist in der Aufbauphase ein Joint Venture mit einem Unternehmen eingegangen, das auf die Fertigung spezialisiert war. Gerade die Kombination aus der bei der FMP TECHNOLOGY GmbH vorhandenen F&E-Kompetenz und dem fertigungstechnischen Wissen und Einrichtungen wurde von beiden Kooperationspartnern als „Win-win-Situation“ eingeschätzt. Nicht überbrückbare, kongruente Unternehmenskulturen und unterschiedliche Geschäftsgebaren, die im Vorfeld der Zusammenarbeit nicht absehbar waren, ließen die anfänglich fruchtbare Zusammenarbeit schnell scheitern. Die Trennung und gerade der Neuaufbau der weggefallenen Fertigungskompetenz waren für die FMP TECHNOLOGY GmbH sehr kostenintensiv, aber unabwendbar. 

Jetzt zum Positiven! Worauf sind Sie im Rückblick besonders stolz, was waren Ihre größten Erfolge?

Die Produktentwicklungen der FMP TECHNOLOGY GmbH haben in den Bereichen Beschichtungs- und Einspritztechnik das Potenzial, den Markt nachhaltig zu revolutionieren. Die gerade in der Anfangsphase der Entwicklungen vorherrschende skeptische Kundenresonanz über die grundsätzliche Machbarkeit und die Vorteile der FMP-Systeme konnte zwischenzeitlich – insbesondere im Bereich der Beschichtungstechnik – durch Verifikationsexperimente ins Positive gewandelt werden. Im Bereich der Beschichtung betrifft eine Entwicklung beispielsweise neuartige Beschichtungsdüsen. Im Gegensatz zum derzeitigen Stand der Technik können erstmalig unterschiedlichste Produkte mit nur einer Beschichtungsdüse ohne Qualitätseinbußen veredelt werden – ein Novum in der Beschichtungsbranche. Gegenwärtig auf dem Markt verfügbare Beschichtungsdüsen müssen hingegen grundsätzlich für ein konkretes Beschichtungsprodukt speziell ausgelegt werden, sodass Kunden bisher in zahlreiche, verschiedenartige Beschichtungsdüsen investieren mussten. Die patentierten FMP-Beschichtungsdüsen ermöglichen Kunden somit eine erhebliche Reduzierung der Kapitalbindung bei gleichzeitig maximaler Flexibilität in der Beschichtung bzw. Veredelung von Papier, Folien, Textilien etc. Im Bereich der Einspritztechnik hat die FMP TECHNOLOGY GmbH ein neuartiges Einspritzsystem für Diesel- und Ottomotoren entwickelt. Damit lassen sich Spritverbrauch und CO²-Emissionen gleichermaßen  erheblich senken bei gleichzeitiger „Lifetime“-Steigerung derzeitiger Motorenkomponenten. Das patentierte FMP-System beseitigt die derzeit in Verbrennungsmotoren auftretenden Druckwellen, die die Ursache für mangelhafte Verbrennungsprozesse sind – und damit auch verantwortlich für hohe umweltschädliche Emissionswerte sowie den hohen Treibstoffverbrauch. Gleichermaßen konnte die Tröpfchenverteilung und -größe beim Einspritzen, das sogenannte Spray, im Vergleich zu herkömmlichen Einspritzsystemen um Faktoren verbessert werden. 

Welche Tipps würden Sie Menschen geben, die sich gerade im Moment mit dem Gedanken beschäftigen, ein Unternehmen zu gründen?

Gerade im Hinblick auf mögliche Geschäftspartner, die aus dem industriellen wie aus dem Finanzsektor kommen können, ist eine genaue gegenseitige Prüfung – ähnlich einer Eheschließung – essenziell. Im optimalen Fall harmonisieren die Auffassungen über die Geschäftsentwicklung aller beteiligten Partner. Kooperationen, „die aus der Not geboren werden“, zum Beispiel in finanziell angespannten Phasen, sind grundsätzlich zu vermeiden. 

Angenommen Sie stünden jetzt kurz vor der Gründung. Wie würde die aktuelle Wirtschaftslage Ihre Entscheidung beeinflussen?

Auch in wirtschaftlich schwierigen Phasen sind Unternehmensgründungen realisierbar. Mit dem richtigen Geschäftsmodell und innovativen Produkten, die sich in erheblichem Maße von Wettbewerber-Produkten im Hinblick auf Kosten und erreichbare Effizienz unterscheiden, sind finanzielle Unterstützungen durch Fördermittel oder Hausbanken erschließbar. Gerade bei den Sparkassen gab und gibt es keine Finanzierungsklemme, lediglich die Anzahl finanzierungswürdiger Projekte, die auch zur Schaffung von Arbeitsplätzen in der Region führen, ist tendenziell rar. 

Welche Charaktereigenschaften sind ein absolutes Muss, um sich als selbstständiger Unternehmer behaupten zu können?

Um ein tieferes Verständnis vom jeweiligen Arbeitsgebiet zu erhalten, ist das Studium von Fachliteratur sicherlich ein probates Mittel. Dennoch kann dies nicht ein gesundes Gespür und Bauchgefühl ersetzen. Letztendlich ist es auch die ergänzende Fähigkeit, stets für sämtliche Informationen und Neuigkeiten – auch in den Randgebieten seines Tätigkeitsbereichs – eine gewisse Lernbereitschaft zu zeigen, insbesondere wenn diese durch beruflich erfahrene Mitarbeiter und Mentoren eingebracht werden. 

Sie sind jetzt Ihr eigener Chef: Käme ein Dasein als Angestellter überhaupt noch infrage?

Der allgemeine Wunsch von Universitäts- und Fachhochschulabsolventen nach einem Angestelltenverhältnis bei einem der weltumspannenden Großkonzerne ist nach wie vor ungebrochen. In den meisten Fällen ist die Suche nach einem gewissen „Schutz“ hierfür ausschlaggebend. Gerade dieses Argument verliert jedoch in der heutigen, schnelllebigen Wirtschaft seine Grundlage – wie dies die aktuellen Freistellungen der Großkonzerne eindrücklich dokumentieren.

Persönliche flexiblere Entfaltungsmöglichkeiten, raschere Übernahme von Verantwortlichkeiten und ein breiterer Geschäftsüberblick sowie Kompetenzausbau zählen zweifelsohne zu den Vorteilen von kleinen Unternehmen. Diese Vorteile im Vergleich zu den etablierten Konzernen gelten gleichermaßen für die Mitarbeiter der FMP TECHNOLOGY GmbH wie für die Führungskräfte. 

Was sind Ihre Ziele als Unternehmer?

Das Schaffen von Arbeitsplätzen in der Region Mittelfranken mit dem Fokus der Internationalisierung zum Zweck der Markt- und Innovationsführerschaft in den jeweiligen Bereichen der FMP TECHNOLOGY GmbH. 

 

Kurzes Firmenporträt

Im Jahr 2006 wurde die FMP TECHNOLOGY aus dem Lehrstuhl für Strömungsmechanik der Universität Erlangen-Nürnberg mit dem Ziel ausgegründet, wissenschaftliche Entwicklungen aufzugreifen und auf deren Basis neuartige, innovative Produkte zu entwickeln und zu vermarkten. In den vier unterschiedlichen Geschäftsbereichen der FMP TECHNOLOGY GmbH, die alle auf strömungsmechanischen Grundlagen basieren, konnten bahnbrechende Entwicklungen insbesondere für die Beschichtungs- und Einspritztechnik durchgeführt werden. Als Spin-off der Universität Erlangen konnte die FMP TECHNOLOGY GmbH die strömungsmechanischen Grundlagen für eine theoretisch fundierte Beschichtungstechnik erarbeiten und die gewonnenen Erkenntnisse in neuartige Produkte für die Beschichtungstechnik einfließen lassen. All diese patentierten Produkte wie Beschichtungsdüsen, Pulsationsdämpfer, Ansetzverfahren, Beschichtungsanlagen etc. machen heute das Lieferprogramm der FMP TECHNOLOGY GmbH aus und sind insbesondere darauf fokussiert, unterschiedliche Beschichtungsapplikationen fehlerfrei, reproduzierbar und ohne zeitaufwendige empirische Vorversuche anzuwenden. Zudem hat die FMP TECHNOLOGY GmbH ein neuartiges Einspritzsystem für Diesel- und Ottomotoren in Automobilen entwickelt. Mit dem neuartigen, patentierten System werden sich der Benzinverbrauch und die CO²-Emissionen von Otto- und Dieselverbrennungsmotoren um bis zu 30 Prozent senken lassen. Das patentierte Injektionssystem beseitigt die in Verbrennungsmotoren auftretenden Druckwellen beim Öffnen und Schließen der Ventile. 

 

Kontaktdaten

FMP Technology GmbH
Fluid Measurements & Projects GmbH
Am Weichselgarten 34
91058 Erlangen 

Tel. 09131 932 868-10
Fax 09131 932 868-99

E-Mail info@fmp-technology.com

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