EnGeno
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SPEZIALISTEN-NETZWERK:
Die EnGeno eG aus Nürnberg bietet ihren Kunden Dienstleistungen aus technischen Bereichen wie Ingenieurwesen, technisches Design, Informatik, Mathematik und Physik.
Wann haben Sie Ihr Unternehmen gegründet, wer war dabei?
Die Idee kam mir im Herbst 2009 nach einem Gespräch mit dem Einkauf der Firma Bombardier. Die ersten Mitglieder der Genossenschaft waren Vertriebsmitarbeiter der is Industrial Services AG sowie Bekannte aus dem Bereich Engineering und Software.
Was hat Sie dazu bewogen, ein Unternehmen zu gründen?
Ich führe derzeit weltweit zwölf Unternehmen aus dem Bereich des Engineerings. In diesen Unternehmen beschäftige ich historisch bedingt ausschließlich unbefristet und fest angestellte Mitarbeiter aus dem Bereich der Planung, Projektierung, Konstruktion, Automatisierung, Softwareentwicklung, Dokumentation und Inbetriebsetzung von Fertigungs- und Produktionsanlagen. Ich möchte einerseits die freiberuflich tätigen Ingenieure, und damit deren Know-how, näher an meine Unternehmen heranführen. Andererseits klagen unsere Kunden verstärkt über die schwierige Rechtssituationen mit den freien Mitarbeitern in Bezug auf Scheinselbstständigkeit und soziale Abhängigkeit. Ich möchte hier einen Beitrag zur Lösung des Problems bieten.
Ihre Geschäftsidee in Kürze. Wie sind Sie darauf gekommen?
EnGeno bietet frei tätigen Ingenieuren und Informatikern eine Vermarktungsplattform für deren Know-how und den Unternehmen mit der Genossenschaft einen professionellen und sicheren Partner für die Abwicklung der Projekte mit freiberuflich tätigen „Technikern“.
Wo und wie (und von wem) haben Sie Unternehmer „gelernt“?
Ich habe mir mein Studium Anfang der 70er als Manager zweier Beat-Bands, Taxifahrer, Diskjockey, Nachhilfelehrer und in weiteren Funktionen finanzieren müssen. Da lernt man viel über sich selbst und seine Mitmenschen. Auf dieser Grundlage habe ich dann als Projektleiter, Niederlassungsleiter und angestellter Geschäftsführer von Ingenieurgesellschaften „weitergelernt“. 1990 habe ich mein eigenes Unternehmen gegründet. Heute leite ich eine Gruppe von zwölf Ingenieurgesellschaften und Kommunikationsunternehmen.
Welche Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen haben sich für Sie als besonders nützlich erwiesen?
Ich lese alles, was mir zwischen die Finger kommt. Insbesondere Technik und Management interessieren mich. Vor meinem Ingenieur-Studium habe ich eine Lehre als Starkstromelektriker absolviert. Ich glaube, diese Zeit hat mein Leben am meisten geprägt.
Wo stellten sich Defizite heraus? Wie haben Sie diese Know-how-Lücken geschlossen?
Im betriebswirtschaftlichen Bereich ist der Techniker meist nicht so beschlagen. Das musste ich sehr schnell akzeptieren. Ich habe damals Martin Auer, meinen Bankbetreuer von der Dresdner Bank, abgeworben. Das war ein bis heute glücklicher Griff. Wir sind ein gutes Gespann.
Wie viel Aufwand haben Sie in den Businessplan gesteckt? Zu viel oder zu wenig – und warum?
Ich habe relativ wenig Energie in den Businessplan stecken müssen. Die Idee hinter der EnGeno hat jeden auf Anhieb überzeugt. Im Zuge der Gründung habe ich das Modell einigen Personalleitern wie zum Beispiel Professor Russwurm von Siemens und auch Einkaufsleitern großer Unternehmen vorstellen können. Die Reaktionen waren mir Benchmark genug. Grundsätzlich sollte aber ein Businessplan schon ein zu erwartendes Szenario mit einigen wahrscheinlichen Abweichungen über die Zeit gut beschreiben können.
Woher haben Sie sich das Geld für Ihre Gründung geholt – und wie? Welche Erfahrungen haben Sie dabei gemacht?
Wir haben für die Gründung relativ wenig Cash-Money benötigt. Viele Investitionen sind durch tätige Unterstützung der Mitglieder erledigt worden. Ich vermute aber, dass die Geldbeschaffung für einen Anfänger in der real notwendigen Größenordnung sehr schwer geworden wäre. Wir haben zu wenig Geld gebraucht, um für Anleger interessant zu sein, und zu viel, um das Geld mal eben von der Bank zu bekommen. Das ist das Handicap für uns Dienstleister. Menschen kann die Bank nicht besichern, Maschinen jederzeit. Sicherheit geht derzeit vor Vision.
Hat das Geld gereicht?
Bis jetzt ja.
Wie haben Sie die richtigen Mitarbeiter gefunden?
Die richtigen und wichtigsten Mitarbeiter im engsten Kreis sind bereits seit vielen Jahren für mich tätig. Man lernt sich kennen, die Chemie stimmt so weit, die Interessen passen zusammen, also macht man was gemeinsam.
In welchen Bereichen haben Sie Rat von außen gesucht? Bei wem?
Bei der Untersuchung der juristischen Aspekte der EnGeno habe ich mir den Rat von Dr. Wallisch geholt. Dr. Wallisch war viele Jahre als Jurist für das Haus Siemens in Erlangen und New York tätig. Sein Wissen im Gesellschafts- und Vertragsrecht hat uns die notwendige Sicherheit für einige Entscheidungen gebracht.
Welcher Rat war besonders nützlich?
Mach Gewinn! Nein, mal ehrlich: Wir haben erkennen müssen, dass wir unseren Vertrieb bei den Firmeninhabern, technischen Leitern, Personal- oder Einkaufsleitern großer Mittelständler oder der international agierenden Großunternehmen starten müssen. Nur hier können die Entscheidungen getroffen werden für eine neue Art der Zusammenarbeit mit Freiberuflern. Die Idee der EnGeno ist so bestechend, aber radikal neu, dass kein Projektleiter auf Sachbearbeiterebene heute diese Entscheidung für die Zusammenarbeit treffen wird. In ein paar Jahren ist die EnGeno-Idee Standard.
Haben Sie die im Businessplan angepeilten Wachstums- und Ertragsziele in der vorgesehenen Zeit erreicht?
Wir sind noch beim Erreichen unserer Startvorgaben. Mal sehen, was der 31. Dezember bringt. Ich bin da aber sehr optimistisch.
Was waren letztlich aus Ihrer Sicht die entscheidenden Erfolgsfaktoren?
Die Ansprache der Vorstände großer Unternehmen. Hier finden Sie die notwendige Weitsicht und auch die erforderlichen Entscheidungskompetenzen.
Was würden Sie auf jeden Fall wieder genauso machen?
Alle wichtigen Entscheidungen in meinem Leben würde ich auch heute unverändert treffen.
Was würden Sie nie wieder so machen?
Alle Entscheidungen bis auf die Zusammenarbeit mit einem Kunden aus Österreich. Der hat mir in meiner Engineering-Gruppe zwei große Projekte nicht bezahlt und dann noch erhebliche Folgekosten von 1,3 Mio. Euro beschert. Mit den fehlenden 4 Mio. Euro könnten wir heute schon sehr viel weiter sein. Die positive Seite? Wir haben es überlebt. Viele hätten das nicht geschafft.
Welchen Rat geben Sie einem Gründer?
Keinen teuren Sportwagen kaufen. Geld zusammenhalten. Glaube keinem, der dir sagt, du seist der Größte. Die Realität holt uns alle immer wieder ein. In zwanzig Jahren wirst du es dann geschafft haben, vielleicht.
Ergänzen Sie bitte die folgenden Stichworte zu einem ganzen Satz:
Planung Jeder gute Plan scheitert an der ersten Feindberührung (militärische Weisheit).
Marketing ist immer ein netter Plan.
Mitarbeiter sind die Seele einer Firma, Service-Business is People-Business.
Der Standort einer Firma ist heute sicher nicht mehr ganz so wichtig wie früher, jedenfalls für die Kunden. Bei den Mitarbeitern müssen Sie sich evtl. etwas einfallen lassen.
Kunden tun nie das, was der Marketingplan vorsieht.
Selbstständig sein ist mir im Leben immer sehr wichtig gewesen. Ich vermute, dahinter steckt aber auch ein guter Teil Machtanspruch. Ich wollte schon als Kind auf dem Bolzplatz lieber die Mannschaftsmitglieder auswählen, als mich von jemandem wählen lassen.
Vorsorge? Ja, ich habe immer einen Plan B als Alternative. Vorsorge als persönliche Sicherheit habe ich bis heute noch nicht so richtig verinnerlicht. Die erste private Versicherung habe ich mit 30 Jahren abgeschlossen.
Geldgeber sind scheu wie Rehe. Ich bin in meinem Leben nie jemandem auch nur einen Cent schuldig geblieben. Neben dem guten Ruf ist aber die Geschäftsidee fast wichtiger. Investoren lieben Gewinne.
Steuern sollte man (weitgehend) ohne Murren zahlen. Die Infrastruktur muss nun mal bezahlt werden. Ärgern tut uns alle meist doch nur die sinnlose Verschwendung unserer Steuergelder.
Echte Partner stellen sich als solche nur in Krisenzeiten heraus. Da unterscheidet sich der private nicht vom beruflichen Aspekt.
Ich habe lernen müssen mich auf der Rangliste der Wichtigkeiten weiter hinten einzureihen. Familie, Firma und einige weitere Punkte im Leben sind wichtiger als das eigene Ego.
Kurzes Firmenporträt
Eine starke europäische Genossenschaft von Ingenieuren, Technikern, Informatikern, Physikern, Mathematikern, technischen Designern und anderen techniknahen Berufsträgern aus den Bereichen Projektierung, Planung, Konstruktion, Dokumentation, Fertigung, Inbetriebsetzung mit Standorten in
- Nürnberg, Mannheim, Stuttgart
- Salzburg, Linz, Graz, Wien
- Zürich, Prag, Budapest
bietet ihren Kunden alle Vorteile und die Sicherheit eines einzigen großen Engineering-Lieferanten zusammen mit der Flexibilität und Entscheidungsfähigkeit einer Vielzahl selbstständig tätiger Unternehmer. Das Beste aus zwei Welten, eingebettet in die Erfahrung und Organisationskompetenz der is Industrial Services AG.
Kontaktdaten
EnGeno eG
Peter Dinstuehler
Nordring 26
D 90408 Nürnberg
Tel. 0911 99350 500
Fax: 0911 99350 600



