Blitzschutz Kunisch
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BLITZSCHUTZ:
Mit Know-how und den richtigen Mitarbeitern kam Manfred Kunischs neu gegründetes Unternehmen rasch in die Erfolgsspur.
Wann haben Sie Ihr Unternehmen gegründet, wer war dabei?
Ich habe mein Unternehmen im Januar 2009 gegründet. Zum Zeitpunkt der Gründung hatte ich einen Monteur eingestellt und meine Frau im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung im Büro eingeplant.
Was hat Sie dazu bewogen, ein Unternehmen zu gründen?
Nach zehn Jahren als technischer Leiter in einem mittelständischen Unternehmen war für mich die Zeit gekommen, eine berufliche Zukunftsperspektive zu entwickeln. Da zum Zeitpunkt meiner Einstellung in der Firma eine Option zur Übernahme von Geschäftsanteilen angeboten wurde, wollte ich diese Option ausüben. Die Verhandlungen mit dem Eigentümer zeigten jedoch sehr schnell, dass diese Option nie ernsthaft bestand. Daraufhin ging ich zu Plan B über und gründete mein eigenes Unternehmen.
Ihre Geschäftsidee in Kürze. Wie sind Sie darauf gekommen?
In der langjährigen Tätigkeit als technischer Leiter war ich ständig in Kundenkontakt. Für unsere Geschäftspartner war ich stets der direkte Ansprechpartner. Im Lauf der Jahre haben sich viele persönliche Verbindungen aufgebaut und ich war im Markt bekannt. Da auch sämtliche Eintragungen der Firma, zum Beispiel in die Handwerksrolle und das Installateurverzeichnis, auf meine Person liefen, war der Gedanke naheliegend, es selbst zu versuchen.
Wo und wie (und von wem) haben Sie Unternehmer „gelernt“?
Ich war als Angestellter eigentlich immer in Positionen, die unternehmerisches Denken von mir verlangten. Bereits die Erstanstellung nach dem Studium beinhaltete nach zwei bis drei Jahren die betriebswirtschaftliche Auswertung des Büros (Ingenieurbüro für Elektrotechnik).
Anschließend war ich Niederlassungsleiter in einem Entsorgungsunternehmen. Auch hier musste ich die Niederlassung betriebswirtschaftlich gegenüber der Zentrale darstellen. Schließlich lagen auch in der Position als technischer Leiter der gesamte Einkauf, die Angebotskalkulation, die Nachkalkulation der Projekte und viele andere betriebswirtschaftliche Aufgaben in meiner Verantwortung.
Die Grundlagen habe ich in der Schule (Leistungskurs Wirtschaft/Recht) und im Studium (Vorlesung Betriebswirtschaft innerhalb des Elektrotechnikstudiums) gelernt. Da mich neben der Technik auch die betriebswirtschaftlichen Zusammenhänge schon immer interessierten, war es schließlich „learning by doing“.
Welche Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen haben sich für Sie als besonders nützlich erwiesen?
An erster Stelle stehen die Kommunikationsfähigkeit und der faire und offene Umgang mit Mitarbeitern und Kunden.
Das technische Fachwissen ist sicher auch ein wesentlicher Grundstock für den Erfolg. Weiterbildungen und Anerkennung als Sachverständiger der Handwerkskammer öffnen manche Tür.
Die Berufserfahrung insgesamt bringt das Selbstbewusstsein und das nötige Handwerkszeug, um als „Chef“ erfolgreich zu sein.
Wo stellten sich Defizite heraus? Wie haben Sie diese Know-how-Lücken geschlossen?
Dinge wie Lohn- und Finanzbuchhaltung habe ich nie gelernt und machen mir auch keinen Spaß. Dafür gibt es aber professionelle Büros, die das besser und schneller machen, als ich es je könnte.
Wie viel Aufwand haben Sie in den Businessplan gesteckt?
Ich habe den Businessplan sehr gründlich aufgestellt, da er zum einen von verschiedenen Stellen gefordert war (Arbeitsamt, Bank, Handwerkskammer etc.) und zum anderen meine Kalkulationsbasis für die Gründung war. Anfangs dachte ich, es sei ein notwendiges Übel. Ich erkannte aber sehr schnell, dass dieser Plan die Grundlage für meine Firma ist und in viele Entscheidungen einbezogen werden muss.
Woher haben Sie sich das Geld für Ihre Gründung geholt – und wie? Welche Erfahrungen haben Sie dabei gemacht?
Über meine Hausbank habe ich zwei öffentliche Darlehen beantragt. Da ich bereits durch meine Hausfinanzierung einen sehr guten Draht zur unserer örtlichen Bank hatte, war die Finanzierung unkompliziert. Ohne das Einbringen unseres Eigenheims als Sicherheit wäre die Finanzierung aber sicher sehr viel schwieriger geworden.
Hat das Geld gereicht?
Ich habe nach der Anschubfinanzierung lediglich im ersten halben Jahr noch private Mittel zur Deckung von Liquiditätsengpässen eingesetzt. Diese sind entstanden, da ein paar relativ große Aufträge bereits in der Gründungsphase abgewickelt wurden und der Materialeinkauf etc. noch etwas Kapital erforderte. Nach ca. sechs Monaten lief es aber rund.
Wie haben Sie die richtigen Mitarbeiter gefunden?
Einige Mitarbeiter sind von der Firma, bei der ich angestellt war, zu uns gewechselt. Andere fand ich im Bekanntenkreis oder zufällig im Kundenkreis. Teilweise arbeiten wir auch mit Zeitarbeitsfirmen zusammen. Eine Stellenanzeige habe ich noch nie gebraucht.
In welchen Bereichen haben Sie Rat von außen gesucht? Bei wem?
Der erste Schritt war eine Gründungberatung bei der IHK. Darauf folgten Termine und Beratungen bei der Handwerkskammer. Ein Steuerberater hat die Gründung ebenfalls begleitet.
Welcher Rat war besonders nützlich?
Die Gründungsberatung der IHK war die Initialzündung. Hier gab es sehr viele nützliche Informationen über den Ablauf der Gründung und weitere Anlaufstellen. Auch die Handwerkskammer hat mich mit Beratungen sehr kompetent unterstützt.
Haben Sie die im Businessplan angepeilten Wachstums- und Ertragsziele in der vorgesehenen Zeit erreicht?
Die Ziele haben wir bereits im ersten Jahr sehr deutlich übertroffen. Unsere guten Mitarbeiter und mein Name in der Branche sowie die vielen persönlichen Kontakte sind dafür verantwortlich.
Was waren letztlich aus Ihrer Sicht die entscheidenden Erfolgsfaktoren?
Dass wir genau wussten, was wir machen und können und wie wir unser Know-how auf dem Markt platzieren können. Ohne unsere guten Mitarbeiter wäre die Firma aber nicht da, wo sie heute steht.
Was würden Sie auf jeden Fall wieder genauso machen?
Alles.
Was würden Sie nie wieder so machen?
Ich würde nie wieder einen Gedanken daran verschwenden, mich in eine bestehende Firma einzukaufen. Damals dachte ich, es sei der leichtere Weg. Heute weiß ich, dass es ein großer Fehler gewesen wäre, mich mit Kapital an etwas zu beteiligen, was mir nie mehrheitlich gehören würde.
Welchen Rat geben Sie einem Gründer?
Vorsichtige Ansätze in den Businessplan einarbeiten. Die eigenen Stärken und die Risiken des Marktes objektiv bewerten. Partnerschaftlichen und fairen Umgang mit den Mitarbeitern pflegen. „Auf dem Boden bleiben“ und kein zu schnelles Wachstum anstreben.
Ergänzen Sie bitte die folgenden Stichworte zu einem ganzen Satz:
Planung kann sich ganz schnell überholen und muss immer wieder angepasst werden.
Marketing gehört in einem gewissen Umfang unbedingt dazu, und zwar professionell.
Mitarbeiter sind unsere wichtigste Säule im Unternehmen.
Standort muss sorgfältig ausgewählt werden.
Kunden sind Partner und werden ehrlich und fair behandelt.
Selbstständig sein macht unglaublich viel Spaß.
Vorsorge ist für mich wichtig, da ich Familie habe.
Finanzen müssen geregelt sein und stets beobachtet werden.
Steuern habe ich bis jetzt noch keine bezahlt – das steht mir aber in den nächsten Wochen bevor.
Partner: Mein wichtigster Partner ist meine Frau, und zwar nicht nur in der Firma.
Ich lebe nicht nur für die Firma.
Kurzes Firmenporträt
Wir sind eine Mischung aus Handwerksbetrieb, Ingenieurbüro und Sachverständigenbüro. Unsere Leistungen umfassen die Planung, Berechnung, Installation und Prüfung von Blitzschutzsystemen. Diese umfassen die Erdungsanlagen, den äußeren und den inneren Blitzschutz (Potenzialausgleich und Überspannungsschutz).
Hauptsächlich arbeiten wir in unserer Region mit einem Aktionsradius von ca. 150 Kilometern auch grenzüberschreitend. Mittlerweile sind wir ein Team aus neun Mitarbeitern und damit in der Lage, in unserem Gewerk auch Großprojekte abzuarbeiten. Besonders stark sind wir in technisch anspruchsvollen Projekten, die unser Ingenieurs-Know-how und die gut ausgebildeten und erfahrenen Fachkräfte fordern.
Kontaktdaten
Blitzschutz Kunisch e.K.
Marktplatz 10
87616 Marktoberdorf



